Einkaufsriese Kirche muss fairer werden
Fairer Kaffee und Ökostrom: Katholische Jugendverbände fordern mehr Anstrengungen
für Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung.
Bonn, 23. Oktober. Kirchliche Institutionen, Organisationen und Einrichtungen auf allen
Ebenen sollen ihre Einkaufpraxis an ökologischen und sozialen Kriterien ausrichten. Das
fordert der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) bei seinem in Bonn
tagenden Hauptausschuss. Ob fair gehandelter Kaffee in Pfarrgemeinden oder Ökostrom
in Tagungshäusern: Nicht Sparsamkeit sondern Gerechtigkeit solle im Vordergrund
kirchlicher Einkaufspraxis stehen.
Mit ihren zahlreichen Institutionen, Einrichtungen, Verbänden und Tagungshäusern ist die
Kirche ein Einkaufsriese: Das Volumen kirchlicher Beschaffung wird auf etwa 60 Milliarden
Euro jährlich geschätzt. „Leider ist es in Kirche auch mehr als 40 Jahre nach Einführung des
Fairen Handels keine Selbstverständlichkeit, Einkauf und Verbrauch auf Nachhaltigkeit
auszurichten“, bedauert BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler.
„Durch Einkauf, Verbrauch und Wirtschaftsweise klare Zeichen für ökologische und soziale
Verantwortung zu setzen, ist ein Gebot der Glaubwürdigkeit, insbesondere für christliche
Verbände und Institutionen“, heißt es in dem entsprechenden Beschluss. Als Teil von Gottes
Schöpfung sein man verantwortlich dafür, diese sorgsam zu behandeln. „Wir haben nicht
das Recht, natürliche Ressourcen rücksichtslos auszubeuten und damit den Lebensraum
unserer Mit-Geschöpfe zu beschneiden oder diese gar auszurotten.“ Die katholische Kirche
in Deutschland könne und müsse Vorbild sein für eine Wirtschaftsweise, die den Erhalt der
Lebensgrundlagen aller ermöglicht.
Der BDKJ und seine Jugendverbände leisten bereits Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung.
Kulis, T-Shirts, Tassen: Alle Artikel zur 72-Stunden-Aktion sind zum Beispiel nach ökofairen
Standards produziert. Mit Kampagnen wie etwa zum „Kritischen Konsum“ sensibilisieren der
BDKJ und seine Mitgliedsverbände Jugendliche. Der BDKJ gibt auf seiner Seite
http://www.kritischer-konsum.de Tipps und Hilfen für einen nachhaltigen Einkauf. Eine gute
Unterstützung bietet auch die ökumenische Initiative „Zukunft Einkaufen – Glaubwürdig
wirtschaften in Kirchen“.
Die katholischen Jugendverbände sind Mitinitiator des Fairen Handels in Deutschland,
Gesellschafter der GEPA – The Fair Trade Company sowie aktiv in zahlreichen
entwicklungspolitischen Bündnissen (Supermarktinitiative, CorA, Kampagne für Saubere
Kleidung, Klimaallianz). Der BDKJ ist Dachverband von 16 katholischen Jugendverbänden
und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern,
Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft. Mehr Infos
unter www.kritischer-konsum.de. Den ganzen Beschluss „Kirche wirtschaftet nachhaltig“
gibt es unter www.bdkj.de.

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